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Doppelfinger

Doppelfinger

20. Mai 2022 / 20:00
Orpheum Extra Graz

Doppelfinger

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Für doppelfinger aka Clemens Bäre ist seine Musik ein Zufluchtsort. Die Art von Musik, die Clemens Bäre als doppelfinger macht, braucht und nimmt sich Zeit, während sie in gleichem Maße zeitlos ist. Für HEAST! kommt doppelfinger nach Graz. 

​‘doppelfinger‘ aka Clemens Bäre hat seine Songs, die 2018 abgeschieden in seinem Kinderzimmer in Oberösterreich entstanden sind, nie geschrieben, um sie zu veröffentlichen oder jemals vor Publikum zu spielen. Die Musik und das Songwriting dienten ihm schon früh als Zufluchtsort, wie bereits in seiner ehrlichen ersten Single ‘trouble‘ (VÖ: 30.10.2020) deutlich wird: darin thematisiert doppelfinger eine zerbrochene Beziehung und die Schwierigkeit, über seelische Leidenszustände zu sprechen. Gerade diese Schwierigkeiten und der Wunsch, sich mit anderen, die ähnlich fühlen, zu verbinden, bewegen doppelfinger schließlich dazu, mit seinen Songs doch nach draußen zu gehen. Seit März 2020 arbeitet er intensiv an der Aufnahme seiner Songs im Studio.

Nach dem Release der Single ‘knowingly’ im Spätfrühling (u.a. Rotation auf ‘radioeins’ sowie Features auf Deutschlandfunk) konzentrierte sich doppelfinger gänzlich auf die Musik und konnte diese endlich und zum ersten Mal seit Veröffentlichung bei Open Airs und Festivals (z.B. poolbar Festival) auch vor Live-Publikum spielen. Abseits seines Solo-Projekts tourte er außerdem an der Seite von OSKA als Gitarrist in ihrer Live-Band durch Österreich und Deutschland; die Zeit, die dann noch blieb, verbrachte Clemens Bäre im Studio, wo er gemeinsam mit Jakob Herber (FLUT, Culk, ANGER) an den finalen Aufnahmen seines Debütalbums arbeitete.

Das Stück ‘seasonal affective disorder’ (VÖ: 08.10.2021) ist abermals autobiographisch und bezeichnet außerdem eine anerkannte psychische Erkrankung (F39). Thematisiert werden wieder innere Konflikte und eine Zerrissenheit, welche auch im Sound spürbar werden: die Intimität und Tiefe des Gitarrenspiels und der Lyrics kontrastieren sowie koexistieren mit der Weite von Lukas Lauermanns (u.a. Soap&Skin, André Heller, Tocotronic) sphärischen Cello-Melodien.
Das Einladen von verschiedenen Künstler*innen aus unterschiedlichen musikalischen und kreativen Bereichen und ein kollaborativer Produktionsprozess sind elementar für das Projekt ‘doppelfinger’ und verleihen dem Genre Folk, mit dem er seine Musiksozialisation erfuhr, einen frischen, überraschenden Twist.

Mit ’how to hide’ (VÖ: 21.01.22) präsentiert uns doppelfinger nun die letzte Single, die vor der Veröffentlichung seines am 18. März 2022 erscheinenden Debütalbums herauskommt. Der Künstler tritt hiermit erstmals mit kleinen Pop-Momenten in Erscheinung, während sein bislang bekanntes Werk schon fast als Antithese, als Rebellion gegen den aktuellen schnelllebigen, opulenten Pop-Zeitgeist gelesen werden kann.

Dass die Art von Musik, die Clemens Bäre als doppelfinger macht, aber weitaus mehr als Nische, sondern auch im wortwörtlichsten Sinne ‘Pop’(-ulär) sein kann, erkennt man dann doch mit einem Blick Richtung Übersee, wo uns das Acts wie Phoebe Bridgers, Big Thief oder neuerlich auch Taylor Swift unter Beweis stellen. Vergleichbares findet man hierzulande nicht so oft; das ist wohl auch einer der Gründe, wieso im Zusammenhang mit doppelfinger und im Gespräch über seine Songs Adjektive wie ‘erfrischend’ und ‘mutig’ erwidert werden. Denn die Art von Musik, die Clemens Bäre als doppelfinger macht, braucht und nimmt sich Zeit, während sie in gleichem Maße zeitlos ist. Langsam, aber sicher erkennt man dies auch in Österreich und doppelfinger wird als ‘einer der besten Singer-/ Songwriter des Landes’ (Andreas Gstettner-Brugger, radio FM4) mit ‘internationalem Anspruch’ (Michel Attia, The Gap) gesehen und verstanden.

Mit den Springsteen-Gitarren und dem stadion-esquen Sound erlaubt sich doppelfinger in ‘how to hide’ einen kleinen Pop-Moment in seiner eigenen anachronistischen Welt. Ist das in sich als Ausbruch aus dem eigenen musikalischen Mikrokosmos zu sehen oder versteckt doppelfinger etwas? Die Wahrheit finden wir wohl irgendwo zwischen den Zeilen; vielleicht kommt sie aber auch mit dem im März 2022 erscheinenden Debüt-Album des Künstlers zum Vorschein.

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How to hide

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Kerosin95

Kerosin95

21. Mai 2022 / 20:00 
Dom im Berg | Graz 

Kerosin95

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Mit neuem Programm kommt KEROSIN95 zu einem HEAST!-Ständchen nach Graz. Dabei liefert Kerosin new school Rap, old school Hip Hop und Kuschel-Pop. Als Support dürfen wir großartige R&B-Vibes von W1ZE präsentieren. 

KEROSIN95 – „Trans Agenda Tour 2022“

KEROSIN95 widmet diese Tour allen trans* Personen und lädt zur kollektiven Raumeinnahme ein. Das Motto: Schluss mit höflich, raus die Ellbogen und ab in die erste Reihe. Mit neuen Tracks und einem großen Upgrade in der Live-Besetzung geht es auch das erste Mal in Deutschland auf Tour.

Das neue Programm von Kerosin liefert new school Rap, old school Hip Hop, Kuschel-Pop und Feature Gäst*innen. 

Man darf gespannt sein! Zur Einstimmung gibt’s gleich noch FUTTER für die Ohren!

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Kerosin95 | Futter

Support: W1ZE 

From recording herself on her phone and stealing the show at karaoke to signing with Sony Music, yes, this is not your ordinary musical path but why conform to the ordinary when you can create magic with just a simple thought. Alright, let’s set the tone: ‚To conform‘ is something you will not find the upcoming singer known as W1ZE doing anytime soon or better said never.

The young Zimbabwean has arrived to show us that you don’t really have to conform to anyone’s standards but your own. Even though becoming a singer let alone an artist wasn’t on her moodboard yet, W1ZE always knew that she had a special bond to music that allowed her to feel a certain sense of freedom while singing. At the age of 16 she started recording herself on her phone. What started out as curiosity and fun quickly turned into a desire. ‚One day I’ll reminisce and probably be proud of young Graham for doing that‘ says the young performer. The dedication seemed to be paying off as she got signed by Sony Music in 2019.

During a period of time W1ZE struggled to find a genre to call her own, her influences varied from Chaka Khan and Prince to Beyoncé and FKA Twigs. She loves experimenting with sounds and melodies, including different elements that are enchanting and colorful.

Describing her music as chameleonic might sound mystifying at first but taking a closer look into the artists roots you will quickly realize that owning your identity while giving yourself enough space to be as diverse as possible is very important to W1ZE. With a mix of Zimbabwean, German, Indian and Malaysian her art reflects her identity. Besides her passion for music W1ZE aspires to play a big role regarding inclusivity in the music industry. ‚Accepting yourself is the hardest yet the most crucial step after that the rest will follow‘, the singer proclaims. If she is not at a studio session, you can find her writing and working on her lyrics. Being able to experience pain and create something beautiful out of it is a blessing she is thankful for every day.

She draws most of her lyrical inspirations from her life and the lessons she learns along the way, whether good or bad. W1ZE wants to make sure that her audience can relate to her not only on a personal level, but she also wants to reciprocate that very same feeling of freedom she has with music.

In a world full of challenges, W1ZE challenges her listeners to be nothing else but themselves.

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W1ze | Next to me

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Kettcar

Kettcar

09. Juni 2022 / 20:00
Orpheum Graz

Kettcar

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Seit 2001 rocken die Hamburger die Indie-Rock-Szene. Für HEAST! ist der Besuch von Kettcar in Graz ein große Ehre. Pflichttermin für die HEAST!-Familie.

– Der süße Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich) –

Wie viele Seiten hat eine Medaille? Wie oft muss man die Perspektive wechseln, um die Dinge klarer zu sehen? Und wer war eigentlich zuerst da: Das private Ei oder die politische Henne? Mit ‘Ich vs. Wir’ haben Kettcar im Sommer 2017 ein Standardwerk in Sachen ‘Musik zur Zeit’ veröffentlicht. Ein Album, das gleichzeitig Bestandsaufnahme und Vision war. Das sich klar positionierte und laut Nein sagte zu der Art und Weise, wie derzeit viel zu viele (Un-)Menschen Gesellschaft definieren. Und das einer zweifelnden Band, die ziemlich nahe am Abgrund taumelte, erst einen Fallschirm zuwarf und sie dann nach vorne schubste: Auf jetzt, da geht noch was!

Eineinhalb Jahre später gibt es nun fünf neue Songs von Kettcar, die sinnigerweise mit ‘Der süße Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich)’ betitelt sind. Fünf Songs, die sich denselben Themen – Leben, Kapitalismus, der ganze Rest – widmen, dafür aber den Fokus ändern, ordentlich am Zoom drehen und von Makro auf Mikro umstellen. Um es gleich klarzustellen: Diese EP ist keine Fortsetzung, kein Weiterdreh, und auch kein Überbleibsel. Die fünf Songs sind frisch und neu, keine alten Skizzen oder verworfenen Ideen. ‘Der süße Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich)’ ist eher ein Komplementärwerk, das den Vorgänger ergänzt und neue Bedeutungsebenen aufmacht, aber auch gut und gerne für sich alleine steht. Dass sich der Blickwinkel nun ändert und mehr die Rolle des Einzelnen beleuchtet, hat mit einem etwaigen ‘Rückzug ins Private’ allerdings gar nichts zu tun. Diese Frage ist für Kettcar längst beantwortet: Das Private ist natürlich immer auch politisch.

Dass Kettcar ihre Fähigkeiten als Storyteller im Laufe der Jahre immer weiter verbessert und verfeinert haben, zeigt gleich der Eröffnungssong ‘Palo Alto’, in dem die unterschiedlichsten Digitalisierungsverlierer in einem Waschsalon versammelt werden: Ein Kulturjournalist, ein Pornosternchen, ein Plattenhändler und ein Bankangestellter nehmen ihre Plätze ein auf der Liste der aussterbenden Berufsarten. Überall abgemeldet, nur nicht beim Jobcenter. War früher alles besser? Für die vier wahrscheinlich schon. Wobei die Frage ist, was einem übrig bleibt: Nach Kalifornien ins Mekka der IT-Industrie fahren und den ganzen Laden in die Luft sprengen? Oder die Waffe nach innen, auf sich selbst richten, und die blutige Stille genießen, wenn die Erde aufhört sich zu drehen? Der Referenzbogen, den Kettcar hier schlagen, reicht von Vernon Subutex über Gina Wild bis zu Herrn Kaiser, dem Werbemaskottchen der Hamburg-Mannheimer – das muss man auch erstmal hinbekommen, ohne in Kitsch oder Albernheiten zu versinken.

‘Scheine in den Graben’ verhandelt das Thema Menschlichkeit und humanitäre Hilfe mit Blick auf Charity-Events und das illustre Personal, das sich dort tummelt: Reich an Aktien, reich an Barmherzigkeit. ‘Tue Gutes und rede darüber’ ist in diesem Zusammenhang ein gern benutzter Slogan – der von Kettcar natürlich hinterfragt wird. Darf man sich gut und erhaben fühlen und sich selbst dafür feiern, dass man Wohltaten vollbringt? Und was ist davon zu halten, wenn das Ganze zu einem neokapitalistischen Nullsummenspiel verkommt, bei dem die Perlenohrring-Lady aus Blankenese mit großer Geste die Not zu lindern versucht, die ihr Mann mit seinem globalen Finanzdienstleistungsunternehmen mitverursacht hat? Moderner Ablasshandel, anyone? Wobei natürlich die Frage bleibt, ob es die Menschen im Norden Ruandas wirklich kümmert, ob das Geld für ihren neuen Brunnen von Ute Ohoven besorgt wurde oder von einer Menge anonymer Spender ohne Kamerabegleitung. Da ist er wieder, dieser süße Duft, dem Kettcar in diesem Song nicht alleine nachspüren, sondern mit Verstärkung: Im Hintergrund schreit David von Fjørt, die dritte Strophe singt Schorsch Kamerun, und am Ende geben sich beim Refrain Jen von Großstadtgeflüster, Bela B, Jörkk von Love A, Sookee, Felix von Kraftklub, Marie von Neonschwarz, Gisbert zu Knyphausen und Safi die Zeilen in die Hand. Eine Runde, die unterschiedlicher kaum sein könnte und so wohl nur auf einem Kettcar-Song zusammenfinden konnte.

‘Notiz an mich selbst’ ist dann klassisch Kettcar, und zwar im besten Sinne: Ein Essay über Kunst und Moral, Potenzial und Ideale – und was davon übrig bleibt, wenn man nicht aufpasst. Ist am Ende mehr vorhanden als die Frage, ob man alles aus sich gemacht hat und ob man der geworden ist, der man werden wollte? Oder lauert in solchen Sätzen dann schon wieder die Floskelfalle, das neoliberale Selbstoptimierungsgelaber? Man zuckt die Schultern, hört sich den Song direkt noch einmal an und zieht den Hut vor einer Band, die man längst auch nach literarischen Kriterien bewerten kann. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Zeilen ‘Egal, jeder fühlt sich schuldig / Waren’s alle, war’s keiner / Und der Wolf im Schafspelz hat den gleichen Schneider’, die in ihrer Bildhaftigkeit, ihrem Assoziationspotenzial und ihrem Kern aus Haltung, Fantasie und Freude an der Sprache einen Ablauf in einem auslösen, den nur große Texte schaffen: Lesen, Hängenbleiben, Nachdenken, erneut Lesen, Einpacken, Immer-mit-sich-herum-Tragen. Nicht das Ausrufezeichen und der Punkt, sondern das Fragezeichen und das offene Ende sind hier das Stilmittel. Hier geht es eben nicht darum, Komplexität zu reduzieren, wie das Journalisten so gerne machen. Die Wirklichkeit wird nicht zugespitzt, sondern aufgeschlitzt – wie ein Sofakissen, dessen Federn und Innereien dann herausquellen und wild durch die Wohnung schweben und nicht mehr eingefangen werden können.

Vor eineinhalb Jahren sangen Kettcar in ‘Die Straßen unseres Viertels’: ‘Der Bio-Supermarkt ist nichts für Schwächlinge’. Und hierhin kehrt die Band in ‘Natürlich für alle’ zurück und geht eine Runde einkaufen, während auf den Beats-Kopfhörern Adorno schlaue Sätze deklamiert. Ob es ein richtiges Leben im falschen gibt, ist eine Frage, über die Kettcar seit ihrer Gründung immer wieder nachdenken, und die hier konkret in der Warenwelt verhandelt wird: Gibt es so etwas wie kritischen Konsum? Kann man ‘korrekt kaufen’ – und wenn ja, bringt das wirklich Veränderungen? Oder beruhige ich damit nur mich selbst und mein schlechtes, kapitalismuskritisches Gewissen? Und warum zur Hölle wirft mein ethisch korrekter Hedgefonds so wenig Rendite ab? Gestützt von einem treibenden Synthie Fundament, ist der Song wie für die Indie-Pop-Dancefloors gemacht und zeigt deutlich, dass Kettcar immer wieder neue musikalische Ansätze verfolgen – und das auch nach knapp 20 Jahren.

Den Abschluss dieser EP bildet ‘Weit draußen’, und tatsächlich kann danach erst einmal nichts kommen. Reduziert, vorsichtig und sensibel erzählt die Band die Geschichte eines Wiedersehens mit einer alten Freundin, die mit ihrem behinderten Sohn auf Land zieht, um sich den Mitleidsblicken zu entziehen. All die Wut und Scham und Verzweiflung und Verlogenheit einer solchen Situation wird spürbar. Und Zeilen wie ‘Ich schwör, ich liebe mein Kind / Aber ich hasse mein Leben’ oder ‘Zeig mir einen Helden / Und ich schreib dir `ne Tragödie’ sind dann endgültig der Stoff, der sechs Sorten Tränen aus einem rausprügelt. EPs sind manchmal Zwischenschritte, manchmal Fingerübungen, manchmal nicht viel mehr als ein Lebenszeichen. Hier liegt der Fall allerdings anders. Denn ‘Der süße Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich)’ hat eigentlich alles, was ein komplettes Album braucht: Struktur, Tiefe, inhaltliche Balance und musikalische Abwechslung. Das einzige was man darauf vermisst, sind ein paar weitere Songs.

Ingo Neumayer

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Landungs-brücken raus

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Fortuna Ehrenfeld

Fortuna Ehrenfeld

11. Juni 2022 / 20:00
Orpheum Extra Graz

Fortuna Ehrenfeld

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Schlechte Laune war gestern. Mitten im pandemischen Chaos zieht das Raumschiff Fortuna Ehrenfeld weiter unbeeindruckt seine Kreise. Die Kölner Kultband um Sänger und Songschreiber Martin Bechler liefern mit ‚Die Rückkehr zur Normalität‘ ihr bislang griffigstes Album ab.

Tanzbarer, ohrwurmiger Wahnsinn schwebt souverän über ihrer einzigartigen Edel-Melancholie. In nur drei Jahren vom lausig verkauften Ehrenfelder Kneipenkonzert in die ausverkaufte Kölner Philharmonie – Fortuna Ehrenfeld steht mit eigenem Espressoblend und Rotwein, einer eigens für die Band designten Schlafanzugkollektion und nun auch dem ultimativen Leitfaden in ein hedonistisches, achtsames Leben (Eine limitierte Sonderedition als Buch mit Noten, Comics, Gedichten und einer beiliegenden Audio CD des Albums) in den Startlöchern für eine neue, gute Zeit.

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Die Rückkehr zur Normalität

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International Music

International Music

24. Juni 2022 / 20:00
Orpheum Extra Graz

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Die Essener Indie-Rocker von International Music ziehen mit dem Album Ententraum durch die Lande und machen auch Halt in Österreich. Ein HEAST!-Konzert in Graz darf da natürlich nicht fehlen. 

‘Also pass auf: Ich war ein Mensch, der im Schlaf geträumt hat, dass er eine Ente ist!’, so beginnt ein Sketch von Karl Valentin, in dem sich der Protagonist drei Minuten lang darüber beschwert, aufgeweckt worden zu sein, bevor er im Traum als Ente einen Wurm fressen konnte… Willkommen in der fabelhaften Welt der Ente, willkommen zum zweiten International Music- Album mit dem fantastischen Titel ‘Ententraum’. Die Band hat ihr Album zwar nicht nach der alten Karl-Valentin-Nummer benannt, aber es ist doch ein schöner Zufall.

Peter Rubel, Pedro Goncalves Crescenti und Joel Roters wurden in diesem mehr als einstündigen Psychedelic-Rock-Trip beim kollektiven Träumen glücklicherweise von niemandem gestört. Höchstens von Produzent Olaf O.P.A.L, aber der ist nach der Produktion des gefeierten Vorgängeralbums ‘Die besten Jahre’ und dem nicht weniger erfolgreichen Album ‘Nenn mich Musik’ ihrer Schwesterband The Düsseldorf Düsterboys längst ihr Haus- und Hofproduzent geworden. Er stört also überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil!

‘Wenn ich wüsste, was in dieser Kiste ist, küsste ich Dich, den Fürst von Metternich’, mit diesen Zeilen beginnt die Reise und schon befinden wir uns mittendrin im 17 Lieder starken Ententraum- Epos. Aber Moment mal, meinen die tatsächlich den europäischen Politiker?! Oder den nach ihm benannten Sekt aus dem Rheingau?! Dann wiederum würde auch die besungene Kiste wieder Sinn machen. Die Musik dieses Traums klingt jedenfalls so, als hätten die Beatles ihre Inspiration für das Weiße Album nicht nur in Indien, sondern auch bei einem schottischen Dudelsackvirtuosen gesucht. Aber kaum hat man seine Gedanken zum fraglichen Fürsten etwas geordnet, da taucht auch schon ein gewisser Herr Schmidt als ‘Gedankenzähler’ auf. Dieser merkwürdige, von Pedro Concalves-Crescenti gesprochene Charakter, tritt auf diesem Album immer mal wieder als eine Art manischer Philosoph in Erscheinung. Er ist es auch, der sich später auf der Platte für den ‘Traum der Ente’ verantwortlich zeigt. Auch wenn Peter Rubel ihm dabei immer wieder ins Wort fällt – und das nicht nur in diesem Song.

Der Gedankenzähler jedenfalls scheint vor allem ein großer Geschichtenerzähler zu sein, voller versponnener und entzückender Ideen. Aber das wirklich Verrückte auf diesem Album: Alles in diesem surrealen Ententraum ergibt sofort Sinn, wenn die Band zum Chorgesang anstimmt. Der für International Music so typische Harmonie- Gesang, der immer so klingt, als singen The Byrds gerade zusammen mit Ian Curtis. Sixties- Pop und 80er Jahre Postpunk in einer vollkommen stimmigen Melange. Flowerpower in einer Welt aus Beton und Glasfaserkabeln. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob gerade die ‘Beauty of the bar’ oder ein ‘Wassermann’ besungen wird, ob wir uns mit ihnen auf die ‘Insel der Verlassenheit’ oder in die ‘Höhle der Vernunft’ begeben. Am treffendsten bringt es die Band selbst im Song ‘Misery’ auf den Punkt: ‘Die Sprache ist eklektisch. As you and me!’ Doch sobald der Chorgesang aufblüht, ist die Band über ‘All this misery’ komplett erhaben. Das Herz geht einem auf – und das ohne jeden Deutschrock-Pathos!

Da wird sich zwischendrin lieber in bester S.Y.P.H.-Punk-Manier mit verzerrten Instrumenten gegenseitig angemacht und ‘Spiel Bass!’, geschrien, Oder es erklingt, wie im Song ’Marmeladenglas’, ein Stoner-Rock-Riff, das sich im Laufe des Stücks zum monotonen Drone entwickelt, weil Drummer Joel Roters den Schlagzeug-Einsatz so schön lang herauszögert. Und wenn es schließlich in dem Song ‘Zucker’ heißt: ‘Falsche Leute angelacht / Zu viel nachgedacht / Weltraumschrott im Treppenhaus / und der Blues schaut aus seiner Wohnung / in seinem Samtpullover in dunkelblau / Hart aber fair, am Start und zwar sehr’, dann sind die Fehlfarben aus ‘Monarchie & Alltag’ tatsächlich nicht mehr weit.

Vielleicht sind International Music so etwas wie eine hochmusikalische Punkband. Wobei sie unbedingt auch eine Krautrock-Band sind, hörbar große Verehrer von La Düsseldorf, sich aber immerzu dem Song verpflichtet fühlen. Ebenso unüberhörbar: Der Einfluss der brasilianischen Tropicalismo-Bewegung.

Aber nun, so eine Ente ist ein außerordentliches Tier: Sie kann schwimmen, tauchen, gehen und fliegen! Genauso vielseitig bewegt sich diese Band auch zwischen den Musik-Genres. Sie macht eben immer auch das exakte Gegenteil von dem, was man ihr gerade nachsagen möchte.

So wirkt ihr Ententraum am Ende wie ein Konzeptalbum, das einem die ganze Zeit über zu sagen scheint, dass es wohlmöglich nicht nur ein, sondern unendlich viele Konzepte gibt. Lauter lose Fäden in einem surrealen Tagtraum. Da kommen dem gebannt lauschenden Hörer, der gebannt lauschenden Hörerin, sofort The Doors und ihr Song ‘Light my fire’ in den Sinn. Diese Referenz ist nicht einmal weit hergeholt, denn International Music beeindrucken uns in diesen 64 Minuten vielfarbiger Träumereien mit hoher Intensität und packender Dramaturgie, wie es eben nur die ganz großen Bands können. Und wieder ist den drei Musikern aus Essen dabei eine große Liebeserklärung an die Formation Schlagzeug, Bass und Gitarre gelungen.
‘Der grüne Sarg und sein Pronom / wenn ich’s denke, weiß ich schon / Der Dschungel ist mein Zuhause / Ein grünes Band umarmt mich zart (…) weder weich, noch hart’, heißt es schließlich im vorletzten Stück. Musik und Poesie im hochinspirierenden Zusammenspiel von Mensch und Natur.

Aber fassen wir lieber nochmal zusammen, bevor wir uns vor lauter Begeisterung am Ende noch überschlagen: Der ‘Ententraum’ ist ein humorvolles, sprachverliebtes, psychedelisches (Anti-) Konzeptalbum voller Hits für hochkomplizierte Zeiten. Ein Album, mit dem sich die Träumer Peter Rubel, Pedro Goncalves- Crescenti und Joel Roters wieder ‘raus aus’m Zoo’ und ‘rein ins Geschäft’ wagen. Karl Valentin hätte vermutlich große Freude an diesem Werk gehabt.

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Der Traum der Ente

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5K HD

5K HD

08. September 2022 / 20:00
Orpheum Extra Graz

5K HD

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HEAST! zieht 5K HD die Stecker und präsentiert die Band unplugged. Die futuristischen Songs von 5K HD werden in ihrer akkustischen Version warm, nahe, ehrlich, fragil, gewinnen an Dynamik und Tragik. Mehr Raum, mehr Stille.

– Creation Eats Creator –

Mira Lu Kovacs (Stimme), Benny Omerzell (Klavier), Manu Mayr (Kontrabass), Martin Eberle (Trompete), Andreas Lettner (Schlagzeug)

5K HD fressen und gebären sich selbst.
Die Band, die für die Kreation ihres computerlosen elektronischen Sounds x-fach international preisgekrönt wurde, die wider Erwarten alles auf ihren Instrumenten gespielt, aber bis ins Unkenntliche verfremdet, verzerrt, durch Schaltkreise geschickt und mit Effekten versehen hat, sodass am Ende niemand mehr wusste, von wem jetzt eigentlich welcher Klang erzeugt worden war, veröffentlich jetzt ein rein akkustisches Album.
Mit Creation Eats Creator starten 5K HD eine Tour, die den Begriff unplugged in eine andere Dimension abheben lässt.

Die 5 Ausnahmemusiker*innen, die ihre Instrumente nicht nur beherrschen, sondern deren Klänge erforschen und neu konstruieren, verwandeln die digitalen Labyrinthe ihrer bisherigen Songs in hypervisible akkustische Klangkunstwerke im avantgardistischen Popformat. Noch nie konnte man so gut sehen, was einen 5K HD hören macht. Creation Eats Creator ist die Entzifferung, die Offenlegung, das pure Ausgangssignal: akkustisch, apokalyptisch, intim, dramatisch, losgelöst.

Es ist eine Wiener Spezialität geworden, komplex strukturierte Rhythmen leicht und flockig klingen zu lassen. Broken Beats, die tight vorwärts grooven, die Affinität zu experimentellen Sounds, die sich weich anschmiegen und aus dem Dunkel hervortreten. 5K HD liefern dazu die Erweiterung ihrer Spieltechniken, machen Nebengeräusche zu Haupttönen, ästhetisieren in ihren futuristischen Songs das, was normalerweise als unerwünscht oder unkontrolliert gilt, erzeugen mit akkustischen Mitteln abstrakte Sounds.

Was bei Andreas Lettner nach dem 808 Clap der berühmten Drummachine klingt, sind mehrere übereinander gestapelte Schlagzeug-Becken. Martin Eberles Trompete erzeugt Screams & Noise oder kippt ohne Mundstück in eine weich flötende Sirene. Benny Omerzell präpariert das Körperinnere seines Klaviers mit Magneten und Filzen. Die kantigen Eigenschaften einer Fuzz-Extremverzerrung stellt Manu Mayr akkustisch her, in dem er mit seinen Fingernägeln die Kontrabass-Seiten zum Schnarren bringt.

Alles, was auf Creation Eats Creator zu hören ist, wird in dieser Form live umgesetzt: keine Overdubs, keine eingespielten Chöre, keine gedoppelten Instrumente. Erstmals singt Mira Lu Kovacs mehrstimmig mit ihren Bandkollegen.

Mira Lu Kovacs verhandelt in ihren Texten den Unruhezustand einer Menschheit, die gerade von ihren eigenen Erfindungen aufgefressen wird, die es geschafft hat, die eigene Gesellschaft und die sie umgebende Natur gegen sich zu richten. Wo ist das Happy F***ing Life als Grundrecht für alle? Bleibt es für die Mehrheit eine Happy F***ing Lie? 5K HD greifen in Ruhe an, treiben ihre Musik unausweichlich und spannungsgeladen einem Ende entgegen, das wir noch nicht fassen können. Die Stimme bleibt ganz nah, die Instrumente verlassen die Erdatmosphäre. Creation Eats Creator schwebt im Unbekannten, auf die Erde und die Menschheit blickend, mit der Frage: Was hat all das mit mir zu tun?

Mit 5K HD ewartet man den Untergang, aber im Tunnel scheint das Licht.

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Happy Fxxxing Life

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Cari Cari

Cari Cari

6. Oktober 2022 / 20:00
Orpheum Extra Graz

Cari Cari

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Margaritas in der Wüste, Sex unter freiem Himmel und lange Fahrten in der Nacht ans Meer. Cari Cari ist ‚Lana del Rey meets Queens Of The Stone Age‘: sorgenfreie Tage, rote Sonnenuntergänge und der Indian Summer Blues.

Der Rolling Stone nennt Cari Cari die wichtigste Live-Entdeckung des Primavera Sound Festivals in Barcelona. Das Duo schaffte es auf Platz 6 der meistgebuchten Newcomer Europas und wird seit ihrem Debut ‚AMERIPPINDUNKLER‘ von Blogs und Magazinen weltweit als eine der spannendsten Neuentdeckungen Europas gehandelt. Internationale Medien bezeichnen das Duo abwechselnd als ‚The Lovechild Of The Kills and The XX‘ (IndieShuffle, US) ‚with a pinch of Morricone‘ (FM4, AUT) oder die nächsten ‚Cat Power‘ (BestBefore, AUS).

Bei unzähligen Auftritten von Australien bis Portugal und auf renommierten Festivals, wie Eurosonic Noorderlsag (NL), The Great Escape (UK), Linecheck Milano (ITA) übertraf Cari Cari wieder und wieder die Erwartungen aller Teilnehmer und wurde auch in Österreich am Waves Vienna Festival von einer internationalen Expertenjury zur besten Newcomer-Band des Landes gekürt (XA-Award). Cari Cari sind Stephanie Widmer aka Louise Yamamoto (Vocals, Drums & Didgeridoo) and Alexander Köck (Vocals, Guitars). Das Duo lebte in London, Hamburg und Madrid, das Debütalbum “ANAANA” erschien 2018.

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Max Prosa & Band

Max Prosa & Band

8. OkTober 2022 / 20:00
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Max Prosa & Band

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Der Berliner Singer-Songwriter veröffentlicht im September 2022 ein neues Album und kommt mit seinen Songs auch nach Graz.

“Die Phantasie wird siegen” hieß das Album, mit dem Max Prosa und seine Band im Jahr 2012 aus dem Nichts in die Top 20 der deutschen Albumcharts starteten. Das Erfolgsrezept schien zu sein, ihre Spielfreude und ihr Talent so pur wie möglich auf Platte zu pressen. Kein Erfolgsproduzent war beteiligt, alle Lieder wurden einfach live aufgenommen. Ein einzigartiger Vorgang in der neueren deutschen Popgeschichte. 

In den folgenden zwei Jahren tingelten Max und seine vier Mitstreiter Joda Foerster, Erez Frank, Stefan Ebert und Alexander Binder durch das Land, um auf allen Bühnen zu spielen und sich dann kurz darauf wieder in allen Winden zu verlieren. Es sollte fast zehn Jahre dauern, bis sie nun, im Frühjahr 2022, wieder gemeinsame Konzert geben. Und sie haben neben ihren alten Hits auch ein neues Album im Gepäck. Den Nachfolger ihres Debuts. Es wurde auch Zeit.

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Mein Bruder

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pauT & the greaT kellys

pauT & the greaT kellys

by Carina Antl

19. Oktober 2022 / 20:00
Orpheum Extra Graz

pauT & the greaT kellys

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Durch Auftritte als Bassist mit ‚Der Nino aus Wien‘ sowie ‚Clara Luzia‘ ist ‚pauT‘ bereits einem breiten Publikum bekannt. Als Instrumentalist/Sänger ist er auf Alben von ‚Wanda‘, ‚Tocotronic‘ & ‚Andre Heller‘ zu hören. Jetzt kommt pauT auch nach Graz. 

Unter dem Namen pauT konnte er mit dem Titel ’sepp hat gesagT, wir müssen alles anzünden‘ den Fm4-Protestsongcontest gewinnen. Am 24. April 2020 veröffentlichte ‚pauT‘ sein neues Album ‚welTraumkaTzen‘. Ein Konzept-Album ganz im Stil der 60ies/70ies mit musikalischen Hommagen an ‚The Beatles‘, ‚David Bowie‘ und das Space-Age of Pop. Der ‚bayrische Rundfunk‘ präsentierte das Album unter dem Slogan ‚So klingt ein kosmisches Genie‘, die ‚Wiener Zeitung‘ bezeichnete pauT als ‚Unknown Legend der österreichischen Musikszene‘.

Als Unterstützung bei den Live-Shows (wie auch am Album) ist die charmante Ladies-Band the greaT kellys mit an Bord! Gemeinsam bringen ‚pauT & the greaT kellys‘ ein Psychedelic-Spektakel auf die Bühne, die Konzerte werden zur Zeitreise zwischen den Roaring Sixties und den 2020ern.

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das kosmische genie

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Dives

Dives

28. Oktober 2022 / 20:00
Orpheum Extra Graz

Dives

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Die all-female Band DIVES aus Wien spielen nach 7 erfolgreichen Jahren und 120 Konzerten in 12 verschiedenen Ländern nun endlich auch ihr erstes HEAST!-Konzert in Graz. 

​DIVES ist eine all-female Band aus Wien, bestehend aus den Band­mit­gliedern Dora De Goederen, Tamara Leichtfried und Viktoria Kirner. Kennen­gelernt haben sich die drei 2015 teil­weise ohne Instru­men­ten­­­kennt­­­nis­se auf einer Musik­woche für Frauen, Inter- und Trans­per­sonen, dem so­ge­nannten Pink Noise Girls* Rock Camp. Ab 2016 standen Dora, Tamara und Viktoria regel­mäßig als DIVES gemein­sam im Probe­raum. Seit ihrer Band­grün­dung 2016 haben DIVES rund 120 Konzerte in 12 ver­schie­denen Ländern gespielt.

Das Wiener Indie-Trio DIVES präsentierte mit ‚Teenage Years Are Over‘ ein großartiges Debütalbum – jetzt ist das ersehnte 2. Studioalbum in den Startlöchern und erste unveröffentlichte Songs daraus werden 2022 bereits live zu hören sein!

Als das Wiener Trio DIVES 2017 Jahren mit seiner Debütsingle ‚Shrimp‘ als frische Brise auf’s österreichische Indie-Pop-Parkett fegte, fühlte sich das an, als würde alles an seinen Platz fallen. Eine prominente Bassline, ein genau richtig rumpelndes Schlagzeug, dazu Surfgitarre und der Tanz von zwei Stimmen, die einander umspielen und ergänzen: Ein Song wie ein Sommertag, spontan und intensiv, leicht wehmütig und einen Tick zu kurz, und er legte den Grundstein für ein Füllhorn an weiteren guten Liedern, die Tamara Leichtfried, Viktoria Kirner und Dora de Goederen noch schreiben würden. Die tragen Titel wie ‚Drum‘, ‚Waiting‘ oder ‚Tomorrow‘ und erzählen von Freundschaften und Sehnsüchten, von Self Care und Zusammenhalt gegen die Kälte von außen. ‚How can you feel when your hearts are made of stone?‘, diese Frage richtet etwa ‚Tomorrow‘ wieder und wieder an ein ‚Ihr‘. Musik als Antidot gegen die Verrohung: DIVES-Songs geben Halt und haben Haltung. Mit dem erleichterten Ausruf ‚Teenage Years Are Over‘ in Albumtitelform nahmen DIVES im Herbst 2019 dann nach ihrer Debüt-EP auch die Langstrecke mit Stil. Wieder fügten sich Garagenrock und Surfpop, Breeders-Harmoniegesänge und Indie mit 90er-Schlagseite zu dem großen Kunststück der Band zusammen, das den Fall des Patriarchats mit Augenzwinkern und Nonchalance einläutet.

‚Chico!‘ wurde im gleichnamigen Album-Opener kurzerhand über die Straße zurückgepfiffen, später in ‚Nightdrive‘ hieß es unbekümmert ‚Don’t you know, I’m not falling for you‘. Denn das Ende von Unsicherheiten und Teenage Angst aus dem Albumtitel geht auch einher mit den diversen Verantwortungen des Erwachsenseins, und dies ist möglicherweise die schlechte Nachricht für jene, die noch immer glauben, dass ihr – wenngleich naiver – Alltagssexismus als Kompliment zu gelten hat. ‚Er hat es nicht so gemeint,‘ diesen Ohrwurm von einem Satz aus dem Leben jeder Frau* griffen DIVES auch in ihrer Single ‚Burger‘ auf, eines der ersten Lebenszeichen der Band seit der Ehrenrunde ihres Albums durch zahlreiche Feuilletons und Jahresbestenlisten. Zu ‚Burger‘ gibt es außerdem ein einzigartiges Musikvideoprojekt inklusive eines eigens programmierten und auch außerhalb des Musikvideos (Regie & Realisation: Sarah Kreuz), in jedem Browser online spielbaren Games (Realisation: KINAYA STUDIOS). Wir folgen darin einem sprechenden Burger durch diverse Stationen des im Song behandelten Alltagssexismus gegenüber Frauen*, dazu erklingt als eigenes Sound-Design zum 80er-Jahre Games-Stil ein Spezial-8-bit-Remix der Single. DIVES arbeiteten dafür ausschließlich mit Frauen, jeweils aus den Bereichen 2D-/3D-Animation sowie Game Development, zusammen.

In ihrer letzten Single ‚Streets‘ singen DIVES über die Sehnsucht nach langen Nächten und lauen Sommerabenden, über das Nicht-Nachhause-Gehen-Wollen, die Zerstreuung und das Loslassen. Sie singen über jene besondere Abende, durch die man schwebt, schwerelos, frei vom Ballast und mit dem Kopf in den Wolken: Stell dir vor, der Sommer wäre noch nicht zu Ende, der Sprudel würde ewig fließen und jeder Sonnenaufgang wäre Vorbote des nächsten rauschenden Fests.

Und das Fest geht weiter – denn DIVES wissen, was sie können, was sie zu dritt ausmacht und welche Songs sie schreiben wollen. Mit ihrem ersten Longplayer sind sie in die Riege der großen Indie-Bands Europas aufgestiegen und haben über 13 Länder bespielt. Das im Oktober 2022 erscheinende neue Album wird eine Fortsetzung der Bandgeschichte, ein Zeugnis musikalischen Zusammenwachsens und Ausdruck neu gelernter Arbeitsweisen während der Pandemie sein. Wie gewohnt abwechslungsreich aber dem unverwechselbarem DIVES-Sound treu bleibend, leichtfüßig aber selbstbewusst.

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Oehl

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3. November 2022 / 20:00
Dom im Berg Graz

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Dass OEHL, Musikprojekt des Wiener Pop-Poeten Ariel Oehl, seit 2019 tanzbare Gedichte serviert, ist bekannt. Für HEAST! ist es zum ersten Mal ein Wiedersehen, denn OEHL spielt zum zweiten im HEAST!-Modus. 

​Wie das ist, wenn man emotional verwundet ein neues Leben beginnt, erzählt uns Oehl im Song ‚Weitergehen‘ schmerzhaft schön. ‚Jedem Anfang geht ein Ende voraus‘ sang Oehl bereits auf dem Song Keramik. Diesen Song betitelte der Musiker Casper 2019 als Song des Jahres und Herbert Grönemeyer sah sich dazu veranlasst, Oehl zu seinem Label Grönland Records zu holen und Ende 2019 auf seiner Stadiontournee als Vorgruppe zu engagieren.

Auf dem mittlerweile zweiten Album mit dem Titel ‚Keine Blumen‘, das am 26. August 2022 erscheint, wird gestorben, getrunken, gescheitert und gelogen. Vor allem aber wird auf ‚Keine Blumen‘ unverblümt gelebt. Mit allen Risiken, Vorzügen und Hinterlistigkeiten. Aber was bleibt uns schließlich anderes übrig? ‚Manchmal gibt es einfach keine Blumen. Das Leben will eigentlich gar nichts, und der Tod noch weniger‘, erzählt Ariel Oehl.

Im Herbst 2022 gehen Oehl in neuer Bestzung und mit neuem Album auf Tournee durch Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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